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ICE 10: "200 Jahre Organon"
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Homöopathie in Köthen
Organon 2010
Impressum

10. Internationaler Coethener Erfahrungsaustausch (ICE 10)

200 Jahre Organon:
Reicht der naturwissenschaftliche Ansatz für eine Medizin des 21. Jahrhunderts? Ist das Organon noch zeitgemäß?

11. - 13. November 2010 in Köthen (Anhalt)

Mit diesen Fragen befasst sich der Kongress unter vielen Blickwinkeln und zieht gleichzeitig eine Bilanz der Veranstaltungsreihe "Organon 2010". Dabei stehen folgende Themen im Vordergrund:

• Aktualität des Organons
• Wissenschaftliches Arbeiten in der Homöopathie

Namhafte Referentinnen und Referenten werden ihre Sicht auf die vielfältigen Aspekte des Organons erörtern und zur Diskussion stellen. Außerdem sind in den ICE 10 eine Festveranstaltung zum Thema "200 Jahre Organon" und die Gründung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie (WissHom) eingebettet.



REFERENTINNEN UND REFERENTEN: Themen und Termine

Dr. Klaus von Ammon (Schweiz)
Homöopathie 200 Jahre zwischen Geistes- und Naturwissenschaft
Donnerstag, 11. November 2010, 16.00 Uhr


Lässt sich Klassische Homöopathie einer der traditionellen Wissenschaften zuordnen oder ist sie eine angewandte Heilkunst? Auf einem chronologischen Spaziergang durch die ersten zwei Jahrhunderte homöopathischer Theorie und Praxis soll dieser Frage nachgegangen und eine Antwort versucht werden. Diese wird helfen, den Stand der Homöopathie im gegenwärtigen Gesundheitswesen zu erklären.

Axel Brinkmann (Deutschland)
Miasmenverständnis heute – einige Anmerkungen
Freitag, 12. November 2010, 15.45 Uhr


"Die Psora sollte in ihre Bestandteile gesplittet werden, keine einfache Aufgabe; sie wurzelt im Vagen, ihr Stamm und ihre Zweige wachsen im Irgendwo. Die Psora der Homöopathen scheint irgendwie wahr zu sein, aber sie hat keinen richtigen Anfang, keinen definitiven Verlauf und endet im Chaos." (J.C. Burnett) Diese Wirrnis erstreckt sich mittlerweile auf das gesamte Verständnis der Miasmen.
Aus der Perspektive einiger heutiger Erkenntnisse und Überlegungen soll dem Hahnemann‘schen Ansatz von der Störung der Lebenskraft durch Krankheiten nachgegangen werden. Dabei soll eine Vorstellung davon entwickelt werden, wie Krankheiten generell verstanden werden können, welches Verständnis des Begriffs "Ansteckung" daraus abgeleitet werden kann und welche therapeutischen Konsequenzen daraus gezogen werden können.

Carl Classen (Deutschland)
Organon unterrichten heute – neue Methoden und Wege zur Vermittlung "alten Wissens"
Samstag, 13. November 2010, 9.00 Uhr


Wenn die Homöopathie eine valide und in sich selbst schlüssige Methode ist, dann benötigt sie dazu nicht die Gründerpersönlichkeit Hahnemanns. Es kann es darum, auch wenn es als Standard gilt, kein Automatismus sein, uns als praktizierende oder werdende Homöopathen mit dem Organon und anderen Quellenschriften Hahnemanns auseinanderzusetzen. Die Fragen sind vielmehr weiter zu bewegen: Welche Absichten bewegen uns dazu, Hahnemann und andere frühe Autoren zu studieren? In welchem Kontext tun wir dies, und was sind womöglich unsere Ziele? Ein solcher Klärungsprozess ist nicht nur für Dozenten von Bedeutung, sondern betrifft jeden, der durch Praxis oder Forschung tiefer mit der Homöopathie verbunden ist.
Es reicht nicht, Schwierigkeiten in der Auseinandersetzung mit dem Organon durch die Zubereitung didaktisch mundgerechter Häppchen zu begegnen. Ein Bewusstsein der Homöopathie als "Zeitgestalt" mit Ursprung, Wurzeln und Verzweigungen, mit Entwicklungen welche in bestimmten historischen Zusammenhängen stehen, verbessert unsere Orientierungsfähigkeit erheblich: Erstens, was den immer vielfältigeren Markt homöopathischer Strömungen anbelangt, zweitens unsere Stellung im Gesundheitswesen und drittens unsere wissenschaftliche Positionierung betreffend. Das Studium des Organon ist eine hervorragende Gelegenheit, den Geist für solche Zusammenhänge zu schärfen und macht es auch viel interessanter.

Prof. Dr. Hans-Peter Dürr (Deutschland)
Stoff und Gestalt. Von der Realität zur Potenzialität
Freitag, 12. November 2010, 9.00 Uhr


Vom Standpunkt der modernen Physik wird die "Wirklichkeit", wie im 14. Jahrhundert von Meister Eckart formuliert, als eine wirkende und sich ständig wandelnde Beziehung erlebbar. Wie können Modelle zum Verständnis von der Wirksamkeit von Hochpotenzen aus den Kenntnissen der heutigen Naturwissenschaft aussehen, wo sind ihre Grenzen?



Eva Fox-Gál (Großbritannien)
Die Sprache des Organon: eine Analyse einiger Schlüsselbegriffe und ihrer Übersetzung ins Englische
Donnerstag, 11. November 2010, 17.30 Uhr


Was ist in den geläufigsten Übersetzungen fehl- oder verlorengegangen? Erst dadurch erkennt man die Essenz – und die Genialität – des Originals.



Curt Kösters (Deutschland)
Kernaussagen aus der Veranstaltungsreihe "Organon 2010"
Donnerstag, 11. November 2010, 15.00 Uhr


Das Ziel dieser Veranstaltungsreihe zur Feier von "200 Jahren Organon" (1810-2010) ist es, der Relevanz und Modernität einiger Grundgedanken im Organon – auch über die Homöopathie hinaus – nachzuspüren. Es geht unter anderem um das Ähnlichkeitsprinzip, den Krankheits- und Wissenschaftsbegriff der Homöopathie. In diesem Vortrag zum Abschluss der Reihe soll ein Resümee gezogen werden. Nur scheinbar besteht ein Gegensatz zwischen "Schulmedizin" und "Komplementärmedizin" – der wesentlich größere und relevantere Gegensatz besteht zwischen einer seriellen und einer individualisierten Medizin.

Dr. Gerhard Resch (Österreich)
Einfluss philosophischer Grundhaltungen bei der Betrachtung der Homöopathie
Samstag, 13. November 2010, 11.15 Uhr


Welche philosophischen Grundhaltungen erlauben umfassende begründete und verständliche Einsichten in alle Aspekte der homöopathischen Medizin? Ein grundlegendes Verständnis von Homöopathie würde jede Art ideologischer Auseinandersetzung überflüssig machen.



PD Dr. Dr. Josef M. Schmidt (Deutschland)
200 Jahre Organon – Homöopathie nach Hahnemann zwischen Heilkunde und Heilkunst
Freitag, 12. November 2010, 11.45-12.45 Uhr


Als Samuel Hahnemann 1810 das "Organon der rationellen Heilkunde" publizierte, befand sich die Diskussion über die Frage, ob Medizin Heilkunde oder Heilkunst sei, auf ihrem Höhepunkt. Einschneidende gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklungen (wissenschaftliche Revolution, Früh-Industrialisierung, Nationalökonomien u.a.) hatten alle akademischen Disziplinen – von der Philosophie bis zur Medizin – unter Druck gesetzt, sich in Analogie zu den aufstrebenden Naturwissenschaften durch rationale Begriffe, Prinzipien und Methoden zu konstituieren und zu legitimieren. Als Kind seiner Zeit zollte Hahnemann dieser Tendenz weitgehend Tribut. Just als sich jedoch abzeichnete, dass für den Mainstream der Ärzte und Philosophen die Medizin fortan angewandte Naturwissenschaft sein würde, besann sich Hahnemann – ab der 2. Auflage des Organons, erschienen unter dem Titel "Organon der Heilkunst" (1819) – zurück auf die Unhintergehbarkeit und den Primat der Heilkunst über alle naturwissenschaftlichen Hilfsdisziplinen.
Der "Heilkünstler" und die Konzeption der Medizin als praktische Wissenschaft sui generis spielt auch in der neueren Medizintheorie eine immer bedeutendere Rolle. Insofern erweist sich die praxisnahe, patientenzentrierte und den jeweiligen Kontext berücksichtigende Position des späteren Hahnemann als dem Wesen der Medizin angemessener und damit "klassischer" als die seitdem zur Vorherrschaft gelangte Reduzierung ärztlichen Handelns auf die serielle Anwendung von Naturgesetzen, Studienergebnissen und normativen Leitlinien.

Dr. Anne Sparenborg-Nolte (Deutschland)
Der Faktor "Zeit" bei der Heilung, abgeleitet aus Hahnemanns Miasmenbegriff
Freitag, 12. November 2010, 17.15 Uhr


Die Analyse von Langzeitverläufen der Gegenwart bestätigt den Ansatz Hahnemanns, bei der Behandlung chronischer Krankheiten die durch miasmatische Einflüsse entstehenden Symptome mit für das jeweilige Miasma spezifischen Mitteln zu behandeln. Die Kenntnis miasmatischer Zeichen und der spezifischen Mittel sowie ihre Bedeutung bei der Symptomentwicklung ist ausschlaggebend für den Erfolg. Ein Plädoyer für die Integration konstitutioneller und miasmatischer Verschreibung unter Berücksichtigung der notwendigen zeitlichen Abläufe.

Prof. Dr. Dr. Harald Walach (Deutschland)
Homöopathie im Licht neuerer wissenschaftlicher Befunde
Freitag, 12. November 2010, 10.00 Uhr


Die Kontroverse um die Homöopathie geht nun schon in die nächste Runde. Eine Weile schien es, als würde gute Forschung die Wirksamkeit der Homöopathie beweisen. Dann wiederum kehrte große Frustration in die Forschergruppen ein. Momentan diskutiert das National Center for Complementary and Alternative Medicine, ob Homöopathie überhaupt weiter untersucht werden sollte. Einige neuere Befunde, vor allem aus der vergleichenden klinischen Forschung und unsere eigenen Arzneimittelprüfungsdaten stimmen wieder moderat hoffnungsvoll. Wie lässt sich die eigenartige Befundlage verstehen? Heißt "mangelnde Wirksamkeit" im klassischen pharmakologischen Sinne "Wirkungslosigkeit"? Es wird versucht, durch ein Modell nicht-lokaler Effekte etwas Licht ins Wirrwar der Auffassungen zu bringen und die These plausibel zu machen: "Homöopathie ist effizient und wirkt, auch wenn sie nicht im klassisch-pharmakologischen Sinne wirksam ist."

Dr. Matthias Wischner (Deutschland)

I. Neues aus dem Organon
Donnerstag, 11. November 2010, 18.30-19.15 Uhr

In den letzten Jahren gab es neue Erkenntnisse zu Form und Inhalt des Organons. Eine genaue Analyse der einzelnen Auflagen zeigt beispielsweise, dass das Organon aus verschieden alten Textteilen zusammengesetzt ist. Diese Flickenteppichstruktur hat zur Folge, dass sich widersprüchliche Aussagen aus Hahnemanns Hauptwerk ableiten lassen. Für eine angemessene Interpretation sind also immer alle vorhandenen Ausgaben zu berücksichtigen. Der aktuelle Kenntnisstand wird zusammengefasst.

II. Hahnemanns Praxis im Spiegel des Organons
Freitag, 12. November 2010, 15.00 Uhr

Betrachtet man Hahnemanns Krankenjournale oberflächlich, sieht es aus, als hätte er sich in seiner Praxis nur selten an das gehalten, was er im Organon lehrt. Das Gegenteil ist jedoch der Fall. Viele Organon-Paragrafen lassen sich nämlich erst dann richtig verstehen, wenn man sie mit Fällen aus Hahnemanns Praxis abgleicht. Bislang häufig unbeachtete Stellen erweisen sich dann als Schlüssel für ein korrektes Verständnis von Hahnemanns therapeutischer Herangehensweise. Dies wird verdeutlicht anhand von Fallbeispielen.





















Die Termine der einzelnen Vorträge und des Rahmenprogramms finden Sie als PDF-Dokument zum Ausdrucken im
Terminplan ICE 10 <+>


RAHMENPROGRAMM: Details

Donnerstag, 11. November 2010
12.00 Uhr: Gründungssitzung der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Homöopathie (WissHom): Alle an wissenschaftlicher Homöopathie interessierten Kolleginnen und Kollegen sind herzlich dazu eingeladen!
14.30 Uhr: Festlicher Abschluss der Gründung mit Imbiss
15.00 Uhr: Beginn der Vorträge
19.15 Uhr: Ende der Vorträge
20.00 Uhr: Susanne Kliemsch: Französische Chansons (Spiegelsaal im Schloss Köthen)

Freitag, 12. November 2010
9.00 Uhr: Beginn der Vorträge
12.45-15.00 Uhr: Mittagspause (individuell)
18.30 Uhr: Ende der Vorträge
ab 20 Uhr: Die homöopathischen Verbände BKHD, VKHD, DZVhÄ, Internationales Homöopathiekolleg Torgau und SHZ feiern "200 Jahre Organon" in einem gemütlichen Beisammensein mit Show-Einlage von Andreas Jung und der Live-Band "Online".

Samstag, 13. November 2010
9.00 Uhr: Beginn der Vorträge
13.00 Uhr: Ende des ICE 10
13.30-15.30 Uhr: Stadtführung in Köthen "Auf den Spuren S. Hahnemanns" (Hahnemann-Haus, Europäische Bibliothek für Homöopathie, Homöopathiepfad, Lutze-Klinik mit Lutze-Park und homöopathischem Schaugarten, Hahnemann-Lutze-Denkmal und Ausstellung im Schloss)


PLANUNG UND KOORDINATION

Dr. med. Sybille Freund (Dreieich)
Ärztin und Homöopathin
Beauftragte der Qualitätskonferenz des BKHD e.V.







Angelika Gutge-Wickert (Berlin)
Ärztin - Homöopathie und Apothekerin
Beisitzerin Weiterbildung im DZVhÄ-Vorstand





Carola Scheuren (Berlin)
Homöopathin
2. Vorsitzende des Internationalen Homöopathiekollegs Torgau e.V







ORGANISATION UND WEITERE INFORMATIONEN

Veranstalter
• Initiativgruppe Wissenschaftsgesellschaft Homöopathie
• Europäisches Institut für Homöopathie (InHom)

Veranstaltungsort
Veranstaltungszentrum Schloss Köthen
Schlossplatz 5
D-06366 Köthen (Anhalt)

Information, Organisation und Anmeldung
Köthen Kultur und Marketing GmbH (KKM)
Homöopathie- und Tagungsservice
Herr Holger Broszat
Schlossplatz 5
D-06366 Köthen (Anhalt)
Fon: 0049-(0)3496-70099-28
Fax: 0049-(0)3496-70099-29
Mail: homoeopathie@bachstadt-koethen.de
Web: www.bachstadt-koethen.de







Nachstehend finden Sie den ICE10-Flyer mit dem Anmeldebogen in zwei Versionen: im langen Leporelloformat und im DINA4-Format zum bequemen Ausdrucken:


• Leporello ICE 10 <+>


• Flyer ICE 10 im DINA4-Format <+>